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Külz - Kulice

Die Stiftung Europäische Akademie Külz-Kulice leitet ihren Namen von dem Dorf Külz (poln. Kulice) her, in dem ihre Geschichte begann.

Külz (Kulice) liegt in der Wojewodschaft Westpommern, ca. 65 Kilometer nordöstlich von Stettin (Szczecin). Das Dorf gehört zur Gemeinde Naugard (Nowogard) und hat heute rund 200 Einwohner.

Über Jahrhunderte war Külz ein Lehnsbesitz der Familie von Dewitz. In den Jahren 1725-1727 erwarb August Friedrich von Bismarck Külz zusammen mit den Nachbargütern in Jarchlin (Jarchlino) und Kniephof (Konarzewo), die ebenfalls der Familie von Dewitz gehört hatten. Alle drei Güter blieben bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs im Besitz der Bismarcks.

Der Bau des Külzer Gutshauses geht auf Bernhard von Bismarck (1810-1893) zurück, den älteren Bruder des Reichskanzlers Otto von Bismarck (1815-1898). Beide Jungen wurden in Schönhausen in der Altmark geboren und wuchsen in Kniephof auf, das ihr Vater 1814 zusammen mit Külz und Jarchlin geerbt hatte.

Im Gegensatz zu seinem Bruder Otto blieb Bernhard von Bismarck dem Naugarder Land sein Leben lang verbunden. Von 1841 bis 1888 bekleidete er das Amt des Landrats des Kreises Naugard. Im Jahr 1848 baute er Külz zum Wohnsitz seiner Familie aus. In deutscher Zeit umfasste Gut Külz rund 1.000 Hektar.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Külz von der neuen polnischen Verwaltung in Kulice umbenannt und der dortige Gutsbetrieb mit einigen umliegenden Dörfern zu einem landwirtschaftlichen Kombinat zusammengefasst. Das Gutshaus diente in jener Zeit als Wohn- und Bürogebäude. Nach der politischen Wende von 1989 übernahm die „Agencja“, eine Treuhandgesellschaft für das landwirtschaftliche Eigentum des polnischen Staates, das Külzer Gutshaus. In den Jahren 1994/95 ließ eine von Philipp von Bismarck gegründete polnische Stiftung das Gebäude rekonstruieren und zu einem modernen Tagungszentrum umbauen. Hier hatte die Stiftung Europäische Akademie Külz-Kulice bis zum Beginn des Jahres 2013 ihren Sitz. Hier organisierte sie Tagungen, Seminare und Begegnungen, bei denen sich Tausende von Deutschen und Polen besser kennen und verstehen lernten.

Im Jahr 2002 ging das Tagungszentrum Külz-Kulice unentgeltlich in das Eigentum der Stettiner Universität über. Im Gegenzug sicherte die Hochschule der Stiftung Europäische Akademie Külz-Kulice ein Nutzungsrecht an dem Gebäude zu.

Nach zehn Jahren erklärte die Universitätsverwaltung, dass sie das Tagungszentrum nicht mehr unterhalten könne und kündigte sämtliche Verträge mit der Bismarckschen Stiftung.

Zu den Sehenswürdigkeiten des Ortes gehört die Kirche, die Bernhard von Bismarck 1865 im neogotischen Stil errichten ließ.

 

Literaturhinweis:

Zamki i ogrody w województwie zachodniopomorskim | Schlösser und Gärten in der Wojewodschaft Westpommern Nr. 1: KULICE | KÜLZ, Kulice-Szczecin-Berlin 2013, ISBN 978-83-935718-0-2